

Zac Efron hat sich wieder einmal entschieden zu beweisen, dass er sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Mit seiner Rolle in „Mean, Cruel, Evil” hat der ehemalige Disney-Star bereits bewiesen, dass er mehr ist, als viele Zuschauer erwartet haben. Im Mai erscheinen gleich zwei neue Filme, in denen er im Vordergrund steht: zum einen das Reboot von „Arsonist” und zum anderen das Drama „Gold”. Eigentlich sowohl ein Drama als auch ein Thriller. Der Film erzählt die Geschichte eines erbarmungslosen Kampfes gegen die Kräfte der Natur, Widrigkeiten und gefährliche Eindringlinge.
Efron spielt hier die Hauptrolle eines namenlosen Mannes, der sich auf die Suche nach dem sprichwörtlichen Brot weit draußen auf dem Land macht. Die Handlung spielt in einer zerstörten Welt, in der die Menschen gezwungen sind, jeden Tag neue Wege zu gehen, um zu überleben. Es ist eine Welt, in der alles Mangelware ist – Wasser, Nahrung, Hoffnung. In einer abgelegenen Wildnis finden der Protagonist und sein Begleiter einen großen Klumpen Gold, der halb in der Erde vergraben ist. Um ihn zu bergen, macht sich einer der beiden Männer auf den Weg, um die nötige Ausrüstung zu besorgen, während der andere die Stelle bewacht. Theoretisch ist er also auf sich allein gestellt. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein – an einem Punkt wird sein Lager von einem unerwarteten „Besucher” besucht.
Der Film ist wie ein einziges Schauspielertheater, und sein Erfolg ruht auf den Schultern von Zac Efron. In Vile, Cruel, Evil – wo er Ted Bundy spielte – war er großartig. Gleichermaßen furchteinflößend und anziehend, bewies er mutig, dass sich die hässlichsten Triebe hinter einem schönen Gesicht verstecken können. Er bewies sich in Komödien („Neighbours”, „Wedding Date”) und war gut in dem schrägen Drama „Temptation” mit Nicole Kidman. Efrons Rolle in „Gold” wird wohl wieder von vielen Zuschauern als Dekonstruktion des Hollywood-Leading Man eingestuft werden, obwohl er schon mehrfach bewiesen hat, dass er mehr als das ist.
Die Leistung in „Gold” ist durchaus solide, aber sie wird nicht als bemerkenswert in Efrons Katalog eingehen (entweder müssen wir auf diese Rolle warten oder sie wird sich irgendwann als Bundys Charakter herausstellen). Efron bemüht sich um eine asketische, zutiefst dramatische Darstellung, aber eine schauspielerische Metamorphose wie in „Vile…” macht er hier nicht durch. Sicherlich, er schafft eine Rolle voller Opfer und bezahlte physisch mit vielen Opfern – es genügt, die Sandsturm-Szene zu erwähnen (die Crew am Set hat angeblich tatsächlich einen solchen Sturm „erlebt”, also wurde er nicht komplett am Computer modifiziert).
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Efron muss nicht entschuldigt werden, da er ein fähiger Schauspieler ist, aber es ist erwähnenswert, dass der ganze Film ihm untergeordnet ist – wir sehen ihn in jeder Szene. Nicht jeder Schauspieler würde das schaffen, Efron hingegen hält unsere Aufmerksamkeit, ohne dass wir den Kopf gelangweilt von der Leinwand abwenden. Der Film selbst mag dem einen oder anderen ein wenig zu karg oder erzählerisch verlangsamt erscheinen. Immerhin mag die „Mad Max”-ähnliche Ästhetik bei manchen Leuten Appetit auf hochoktanige Action und wildes Abenteuerkino machen. „Denn 'Gold’ ist rohes, minimalistisches postapokalyptisches Kino und gleichzeitig, zumindest teilweise, eine Charakterstudie, der Versuch einer inneren Analyse des in einer Wüstenhölle gefangenen Protagonisten. Als intimer Thriller über den Kampf gegen eine aufgewühlte Natur und geistig kaputte Degenerierte hinterlässt der Film einen wirklich guten Eindruck. Das Finale des Films ist brutal, vielleicht ein wenig vorhersehbar, aber es entschädigt mit einer sauberen Schlussfolgerung über die menschliche Natur – sofern man die Nebenfiguren noch als menschlich bezeichnen kann. Das Drehbuch des Films ist prägnant, um nicht zu sagen oberflächlich, aber der Nihilismus von „Gold” ist sein größter Trumpf.
Interessante Tatsache: Vor fast einem Jahrzehnt wurde der Film „Rover” gedreht, der im gleichen Universum wie „Gold” spielt. Darin versuchte ein anderes damaliges Teenie-Idol, Robert Pattinson – frisch aus der Twilight-Saga kommend – sein Image aufzubrechen. Beide Titel haben die gleiche filmische DNA, beide sind von einer schwülen, aber intensiv depressiven Atmosphäre geprägt. Und beide verdienen es, auf der großen Leinwand gesehen zu werden, weshalb ich einen Kinobesuch empfehle – „Gold” feierte gerade heute seine polnische Premiere.